PflegeFaktisch mit Francesca

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LifeKinetik – Das Konzept in Theorie und Praxis

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In der aktuellen PflegeFaktisch-Folge erklärt uns LifeKinetik- und Stressmanagement-Trainerin Sandra Teuffel, was sich hinter dem Konzept „LifeKinetik“ verbirgt und warum dieses in einer Leistungsgesellschaft wie unserer stetig an Bedeutung gewinnt. Dabei diskutieren wir, warum es gerade in der Pflege so wichtig ist, seinem Körper regelmäßige Pausen einzuräumen.

Im Anschluss geben uns Sandy Reis und Petra Steinbock von der Alpenland Pflege und Altenheim Betriebsgesellschaft noch einen kleinen Einblick, wie sie das Konzept LifeKinetik erfolgreich in ihren Pflegealltag integrieren.

 

Wie sieht das Grundkonzept von LifeKinetik aus?

Dafür machen wir einen kleinen Ausflug in die Anatomie: Unser Gehirn verfügt über 100 Milliarden Gehirnzellen, wovon wir circa 10-15% nutzen. Diese Gehirnzellen sind mit kleinen Synapsen verbunden, welche den Nervenzellen die Kommunikation untereinander ermöglichen. Das Ziel von LifeKinetik ist, die Reserven im strukturellen, chemischen und geistigen Bereich auszuschöpfen, damit wir die besten Voraussetzungen für die täglichen Denkprozesse haben. Die vier Bausteine des Konzepts sind die Bewegungs- und Trainingslehre, die Funktionale Anatomie, die Moderne Gehirnforschung und die Funktionale Optometrie.

Bedeutung für unsere Leistungsgesellschaft

„Das geht doch noch besser!“ – ein Satz, den wir heutzutage immer öfter hören. Wir leben in einer Gesellschaft, in der Scheitern als Schwäche angesehen wird – und genau das macht LifeKinetik aus: Es ist in Ordnung zu scheitern, denn nur wenn Aufgaben eine Herausforderung darstellen, kann das Gehirn lernen und die Synapsen wachsen. Sobald Aufgaben automatisiert werden, gibt es keinen Lernprozess mehr.

Vergesse nicht die Pausen in Deinem Pflegealltag!

Es wird empfohlen, im Alltag alle 90 Minuten eine Pause einzulegen. Da es sich oftmals schwierig gestaltet, ein umfangreiches LifeKinetik-Training in die Pause einzubauen, gibt es kleine Techniken, wie beispielsweise Atemübungen, um das Stresslevel effektiv zu senken. Bei anhaltend hohem Stress kann man alternativ auch die sogenannte Notfall- oder auch 3-6-Atmung anwenden: Man atmet ganz einfach auf drei Takte durch die Nase ein und auf sechs Takte wieder aus. Diesen Vorgang wiederholt man zehnmal.

Selbstfürsorge ist das A & O

Stress ist ein überlebenswichtiger Bestandteil unseres Körpers, denn er bereitet uns auf Flucht oder Kampf vor. Der Körper antwortet in diesen Situationen mit Symptomen, wie beispielsweise der Anspannung der unteren Rückenmuskulatur, dem Anstieg des Blutdrucks oder der Beschleunigung der Atmung. In diesem Zustand kann Adrenalin abgebaut werden, sodass der Körper sich wieder entspannen kann. Heutzutage haben wir volle E-Mail-Postfächer oder PflegebewohnerInnen, die unsere Hilfe benötigen. Wir haben nicht mehr die Möglichkeit zu kämpfen oder zu flüchten, was dazu führt, dass kein Adrenalin mehr abgebaut werden kann. Dieser Zustand macht auf Dauer krank: Wir haben Verspannungen, Bluthochdruck und weitere Einschränkungen. Umso wichtiger ist es, dass der Körper mithilfe von kleinen Spaziergängen, Meditation oder Atemübungen immer wieder zur Ruhe kommt.

Die Anwendung von LifeKinetik im Pflegealltag

Im Alltag der Alpenland Pflege und Altenheim Betriebsgesellschaft ist das Konzept von LifeKinetik für BewohnerInnen ein fester Bestandteil des Alltags. Sandy Reis, tätig im Marketing und in der Öffentlichkeitsarbeit, und Petra Steinbock, Leitung des Betreuungsteams, bieten zweimal in der Woche für jeweils eine halbe Stunde LifeKinetik-Trainingseinheiten an – und das mit großem Erfolg: Das Training kommt bei den BewohnerInnen super an und es konnten sogar positive Veränderungen, wie beispielsweise in der Beweglichkeit, der Psyche und hinsichtlich des Gleichgewichtssinns, festgestellt werden.

In diesem Sinne – einfach weiter Podcast hören. Ich freu mich auf Euch!

Eure Francesca


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